Aus Wild Boys werden Good Boys: Mofa-Klub spendet neuen Rutschenturm für Niederbrechen

Veröffentlicht am 15. Juni 2026 um 08:27

Niederbrechen. Wer beim Namen „Wild Boys“ zunächst an knatternde Mofas, ölverschmierte Hände und ausgelassene Vereinsfahrten denkt, liegt zwar nicht ganz falsch – übersieht dabei aber einen entscheidenden Teil der Geschichte. Denn die Mitglieder des Mofa-Klub Wild Boys Goldener Grund e.V. beweisen seit Jahren, dass hinter dem wilden Namen vor allem eines steckt: ein großes Herz für die Region.

Mit einer großzügigen Spende haben die Wild Boys nun einen neuen Rutschenturm für den Spielplatz in der Orffstraße in Niederbrechen ermöglicht. Das neue Spielgerät wurde vollständig vom Verein finanziert. Neben den Anschaffungskosten beteiligten sich die Mitglieder auch mit eigenen Arbeitseinsätzen. Unterstützung kam zudem vom Bauhof der Gemeinde Brechen, der den Aufbau vor Ort übernahm.

Die Idee entstand aus einem erfreulichen Umstand: Dank der Einnahmen aus den Arbeitseinsätzen zahlreicher Vereinsmitglieder bei der Niederbrecher Kirmes 2025 stand dem Verein ein höheres Spendenbudget zur Verfügung. Schnell war klar, dass dieses Geld diesmal in die eigene Heimat investiert werden sollte.

„Viele Kommunen stehen aktuell unter erheblichem finanziellen Druck. Auch Brechen muss sparen. Gleichzeitig sind gerade Spielplätze wichtige Treffpunkte für Familien und Kinder“, erklärt der Verein. Da mehrere Spielplätze in der Gemeinde sanierungsbedürftig sind oder einzelne Spielgeräte außer Betrieb genommen werden mussten, wollten die Wild Boys hier ein Zeichen setzen.

Am 1. Juni erhielt der neue Rutschenturm erfolgreich seine TÜV-Abnahme. Die offizielle Einweihung fand am Sonntag gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde, dem Bauhof und Bürgermeister Frank Groos statt.

Der Bürgermeister nutzte die Gelegenheit, um den Vereinsmitgliedern öffentlich zu danken. Dabei erinnerte er an zahlreiche frühere Hilfsaktionen der Wild Boys – von Unterstützungen für die Hospizhilfe Goldener Grund und die Lebenshilfe bis hin zur tatkräftigen Hilfe bei der Herrichtung einer Unterkunft für Geflüchtete. „Ihr habt gezeigt, dass man Dinge auch selbst in die Hand nehmen kann“, lobte Groos die Vereinsmitglieder.

Besonders treffend brachte er die Rolle des Vereins mit einem Augenzwinkern auf den Punkt: „Ihr zeigt, dass ihr nicht nur Wild Boys seid, sondern auch Good Boys.“ Das sorgte bei den Anwesenden ebenso für Schmunzeln wie seine Anekdote über Gespräche mit Bürgermeisterkollegen. Während dort häufig über kommunale Herausforderungen gesprochen werde, ernte er regelmäßig ungläubige Blicke, wenn er erzähle, dass der örtliche Mofa-Klub der Gemeinde ein neues Spielgerät spendiert. „Dann fragen die sich immer: Mist, warum haben wir eigentlich keinen Mofa-Klub?“

Auch die Zusammenarbeit mit dem Bauhof hob der Verein ausdrücklich hervor. Kaum angeliefert, wurde das neue Spielgerät innerhalb kürzester Zeit aufgebaut. Lediglich die abschließende TÜV-Abnahme sorgte noch für etwas Wartezeit.

Mit dem neuen Rutschenturm haben die Wild Boys nicht nur einen Spielplatz bereichert, sondern auch gezeigt, wie viel ehrenamtliches Engagement vor Ort bewegen kann. Oder, um es mit den Worten des Bürgermeisters zu sagen: "Brechen kann sich glücklich schätzen, seine Wild Boys zu haben!"

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